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Die Geschichte

1881 legte die k. k. priv. Südbahn ein Projekt vor, eine Bahnstrecke Liesing - Kaltenleutgeben mit einer Spurweite von 1000mm zubauen. Ein Jahr später bekam die Südbahngesellschaft die Genehmigung die Bahnstrecke zu errichten, allerdings entschied man sich, doch Normalspur zu verwenden. Diese Entscheidung ließ sich auf Kostengründe zurückzuführen, da der Anschluss an das Stockgleis in Liesing ohne Probleme möglich war.

Nach einem Jahr, dem 17. August 1883, wurde die Bahn fertig gestellt. Sofort war Güterverkehr, sowie Personenverkehr erfolgreich. Der Ort Kaltenleutgeben war schon seit den 1830ger Jahren als Kurort bekannt. Weiters gab es in Kaltenleutgeben schon seit langem Kalkbrennereien, für die der Abtransport mit der Bahn erheblich erleichtert wurde.

1938 wurde das Kaltenleutgebner Kurhaus von den Nazis beschlagnahmt und als Kaserne benutzt. Der Personenverkehr stieg kurzfristig wieder an, doch sank bald rasch. Im letztem Jahr vor der Einstellung wurde die ehemalige Heeresfeldbahndiesellok 55.001/2065 wegen Kohlemangels verwendet. Trotzdem wurde im Februar 1951 der Personenverkehr eingestellt.

Seither gibt es nur mehr Güterverkehr zur Zementfabrik und regelmäßige Sonderfahrten. Im Februar 1956 gab es in Kaltenleutgeben eine Schigroßveranstaltung, bei der auch prominente Schisportler anwesend waren. Die Kaltenleutgebnerbahn wurde für ein Wochenende "reaktiviert", wodurch tausende Wintersportler nach Kaltenleutgeben gelangten. Die erfolgreichste Sonderfahrt in näherer Vergangenheit war jedoch das 100 Jahr Jubiläum im Jahr 1983. Damals waren noch alle Stationen (ausgenommen Bahnhof Kaltenleutgeben, Rodaun) erhalten, sodass man sich mit dem stilechten Rollmaterial wie in alten Zeiten fühlte.

Heute ist leider nur mehr ein Bahnhof erhalten. Kaltenleutgeben musste einer Wohnhausanlage weichen, Rodaun wurde bei einem Zugunglück zerstört (1979 => Zeitungsartikel), Neumühle fiel dem Steinbruch zum Opfer und Waldmühle musste Rundtanks des Zementwerks Platz machen (1993). Der Bahnhof Perchtoldsdorf steht noch, ist jedoch auch vom Abriss bedroht. Es gibt nämlich Überlegungen, hier stattdessen einen Supermarkt zu bauen. Kurios ist in diesem Zusammenhang auch das Gerücht, den Bahnhof im Eisenbahnmuseum Straßhof wieder aufzubauen.

Diese Bahnlinie hat eine bemerkenswerte Vergangenheit, die langfristig erhalten werden sollte. Darum kümmern wir uns, der Verein Pro Kaltenleutgebnerbahn, um den Erhalt dieser Strecke.

Links: Artikel über 120 Jahre Kaltenleutgebnerbahn (Seite 10-11) aus der Perchtoldsdorfer Rundschau
           Artikel über 120 Jahre Kaltenleutgebnerbahn aus den NÖN
           Kulturgeschichte vom Bahnhof Perchtoldsdorf