Die Strecke

Die Kaltenleutgebnerbahn ist eine 6,7 Kilometer lange Bahnstrecke im Südwesten von Wien. Heute ist die Strecke nur mehr 5,5 Kilometer lang, weil der 1,2 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Waldmühle und Kaltenleutgeben Ende der 50er Jahre abgebaut wurde.
Wir beginnen unsere Fahrt am Bahnhof Liesing an der Südbahn. Dieser Bahnhof ist ein wichtiger Umsteigeknoten für Pendler, weil hier die Regionalbusse nach Breitenfurt, Kaltenleutgeben, Perchtoldsdorf und Gießhübl abfahren. Regionalexpresszüge sowie Schnellbahnzüge halten hier.
Wir fahren einige hundert Meter an der Südbahn Richtung Süden. Über der Ketzergasse zweigt die eigentliche Kaltenleutgebnerbahn ab. Das Gleis führt über eine Brücke und zwischen Wohnsiedlungen Richtung Wienergasse. Die Oberleitung endet erst nach einem kurzen Stück auf der Kaltenleutgebnerbahn, da hier am Wochenende manchmal Züge abgestellt werden. Die Strecke quert die Wienergasse mit einem unbeschranktem Bahnübergang. Weiter führt die Bahn über einen hohen Bahndamm in die Station Perchtoldsdorf. Das Bahnhofsgebäude ist das letzte erhaltene der ursprünglich 5 Bahnhöfe. Er stammt noch von der Eröffnung im Jahr 1883.
Die Trasse läuft parallel zur Bahnzeile weiter zum Weingarten am Soßenhügel. Die Bahn fährt einen Bogen um den Hügel und kreuzt die Donauwörther Straße, welche zur Umfahrung von Perchtoldsdorf gebaut wurde, mittels eines Halbschranken. Bis zum ehemaligen Bahnhof Rodaun verläuft die Bahnlinie neben dieser Straße. In Rodaun erinnert heute noch ein Schrankenhäuschen, welches an Werktagen sogar noch besetzt ist, und ein Bahnübergang mit originalem Bahnschranken. Über die Hochstraße schwenkt die Kaltenleutgebnerbahn über eine Stahlbrücke der Dürren Liesing (oder auch manchmal Kaltenleutgebner Bach genannt) und an einer Hausanlage vorbei. Wir kreuzen die Sonnbergstraße und queren ein zweites mal die Dürre Liesing. Langsam verlassen wir das Stadtgebiet und kommen in das enge Kaltenleutgebner Tal. Am Kilometer 4,1 gelangen wir in die einstige Neumühle Haltestelle. Links von uns ist der Kalksteinbruch zu erkennen. Die Trasse führt nun an Gärten vorbei. Im Zementwerk ist ein Verschiebebahnhof, wo Zementwagen abgestellt werden. Von hier aus sieht man die gigantische Ruine des Zementwerkes. Heute wird der Zement angeliefert und nur mehr hier abgefüllt und verkauft. Nach ungefähr hundert Metern endet das Gleis. Das Gleis bis Kaltenleutgeben wurde 1959 abgetragen.